Richard Leberecht Karl Steinmetz

Aus dem Nachruf der Cuxhavener Zeitung für Richard Leberecht Karl Steinmetz:

Selbstlos im Einsatz für andere

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Richard Steinmetz wurde am 28. September 1908 in Groden geboren. Von 1915 bis 1923 besuchte er die Grodener Schule. Anschließend machte er die  Landwirtschaftslehre in Otterndorf durch und bildete sich zugleich auf  der dortigen Landwirtschaftsschule weiter. 1929 übernahm er als  selbstständiger Landwirt seinen Hof. Im Mai 1932 heiratete Richard Steinmetz Gertrud Strohsahl. Vier Kinder gingen aus dieser Ehe hervor.

Schon früh übernahm er Ehrenämter. So ist Richard Steinmetz seit 1938  Kirchenvorsteher in Groden gewesen, wurde bereits 1946 Deichgeschworener und gehörte schon 1946 dem Rat der Stadt Cuxhaven an, in den er 1968 als Vertreter der F.D.P. erneut gewählt wurde. Er war stellvertretender  Vorsitzender des Landvolkverbandes Cuxhaven-Land Hadeln, gehörte einer  Reihe anderer landwirtschaftlicher Verbände an und war Mitglied des agrarpolitischen Landesausschusses der F.D.P.

Einen großen Teil seiner Kräfte und seiner ohnehin knapp bemessenen Freizeit widmete Richard Steinmetz der Führung des Deich- und Schleusenverbandes Cuxhaven. Zunächst von 1953 an als stellvertretender Schultheiß und seit 1964 als Schultheiß.

Obwohl der Deich- und Schleusenverband still und unauffällig wirkt, sind seine Leistungen für die ganze Bevölkerung von unmessbarer Bedeutung. Die Hauptlast der Arbeit und den größten Teil der Verantwortung für diesen Verband hat Richard Steinmetz getragen. Ruhig, aber beharrlich, hat er sich für das ihm und dem Verband notwendig Erscheinende eingesetzt. Ihm haben wir Bürger entscheidend zu verdanken, dass wir nach der großen Sturmflut in unserer Stadt sicherer leben, weil die Schutzwerke größer  und vollständiger geworden sind.

Als Kommunalpolitiker der F.D.P. gehörte Steinmetz zu denen, die um die  Sache rangen. Er war kein Dogmatiker, sondern ein Mann, der bereit war,  sich für diese Stadt und ihre Menschen einzusetzen. Er wusste , dass der Rat dafür die geeignete Wirkungsstätte war.

Wer wie er gleichzeitig einen Hof in einen Besitz umwandelt, der heute den modernen Anforderungen an die Landwirtschaft entspricht, der muss hart arbeiten. Viele Cuxhavener werden Richard Steinmetz kennen, wie er mit seinem Pkw vol!er Obst vorfuhr und dieses direkt verkaufte.

Er hat nie viel Aufhebens von seinem Einsatz gemacht. Schlicht war Richard Steinmetz in seinem Auftreten und seiner Rede. Er gehörte zu dem immer kleiner werdenden Kreis derjenigen, die nicht um Ehre und Ansehen  buhlen, sondern zu denen, für die Pflichterfüllung, Menschenliebe und  Treue auch heute noch Inhalt des Daseins sind.

Der plötzliche Tod von Richard Steinmetz wird an verschiedenen Stellen Lücken sichtbar werden lassen. Überall dort, wo er so uneigennützig gewirkt hat. Aber noch schwerer ist für Familie, Freunde und Bekannte  der Verlust des Menschen Richard Steinmetz.

© Michael Schubert 2013